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CfP: Jahrestagung des Arbeitskreises Geographische Handelsforschung vom 10.6.-11.6.2022 in Rendsburg

Der Standort unserer Tagung 2022 ist so ungewöhnlich wie die Tatsache, dass Klein- und Mittelstädte bisher ein grundsätzliches Schattendasein in der wissenschaftlichen Forschung und damit auch in der Geographischen Handelsforschung einnehmen. Ein ad-hoc-Arbeitskreis der Akademie für Raumentwicklung ARL zum Thema Kleinstadtforschung oder des BBSR zeigen, dass diese Stadtgrößen zwischen 5.000 und 100.000 Einwohnern einer größeren Aufmerksamkeit bedürfen, leben doch immerhin fast Zweidrittel aller Einwohner/innen Deutschlands in Klein- und Mittelstädten.

Bezogen auf unser Forschungsfeld, sind die Konsequenzen der Schließung traditioneller Kaufhäuser, von denen dieser Stadtgrößentypus vielfach nur eines hatte, noch viel dramatischer für die Lebendigkeit der Innenstädte und Fußgängerzonen als in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München. Eine eher geringe Anzahl von filialisierten Geschäften, die noch in der jüngeren Vergangenheit kritisiert wurden, Innenstädte in Angeboten und Aussehen austauschbar zu machen, stellt sich mit der Coronakrise und dem Digitalisierungs-Handicap auf Seiten inhabergeführter Läden, die Klein- und Mittelstädte ursächlich bereichern, als Nachteil für technologische Innovationen heraus.

Anhand des Beispiels Rendsburg mit seinen knapp 30.000 Einwohnern sollen diese Probleme vorgestellt und im Rahmen einer Halbtagsexkursion am Freitag 10.06.2022 vormittags auch im Gespräch mit lokalen Expert(inn)en zum Thema Einzelhandel und Stadtentwicklung erfahren werden. Zudem wollen wir Ihre eigene geographische Neugierde anfachen, nicht nur auf tendenziell ausgetretenen großstädtischen Pfaden zu wandeln, sondern mit diesem Lokalitätsangebot Ihnen auch einen „unbekannteren“ Raum vorzustellen.

Deshalb werden Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Praktikerinnen und Praktikern erbeten, die sich anhand ihrer eigenen Forschungsarbeiten oder Analysen mit der Entwicklung des Einzelhandels in Klein- und Mittelstädten (nicht zwingenderweise nur in Deutschland) beschäftigt haben. Mögliche Themenkomplexe wären Schrumpfungsprozesse, Revitalisierung von Kaufhäusern, Perspektiven von Einkaufszentren in Mittelstädten, Shopping-Event-Tourismus, Stadt- und Innenstadt-Marketing, Digitalisierungstrends und Corona-bedingte Entwicklungen und Resilienz. Ein Varia-Block wird zudem die Möglichkeit bieten, dass weitere Forschungsarbeiten außerhalb des Leitthemas vorgestellt werden können. Auch studentische Arbeiten bzw. Arbeiten von Wissenschaftler/innen in Qualifizierungsphasen können eingereicht werden.

Vortragsangebote mit einer Zusammenfassung von max. 300 Wörtern werden erbeten bis zum 28.02.2022 an: Ulrich Jürgens, Geographisches Institut der Universität Kiel, ngg02@rz.uni-kiel.de und zugleich an Peter Pez, Institut für Stadt- und Kulturraumforschung, Universität Lüneburg, pez@uni-leuphana.de

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