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Nachruf Prof. Dr. Hilmar Schröder

Mit großer Trauer und tiefem Bedauern haben wir vom Tod unseres geschätzten Kollegen Herrn Prof. Dr. Hilmar Schröder erfahren, der am 05.09.2022 im Alter von nur 69 Jahren in Berlin verstarb. Hilmar Schröder wurde am 02.03.1953 in Kleinwirschleben nahe Bernburg geboren. Nach dem Abitur nahm Hilmar Schröder 1973 das Geographiestudium an der Humboldt Universität zu Berlin auf und setzte es bis zum Abschluss des Diplom-Studiums an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg fort. Zunächst war er dort und am Geographischen Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wissenschaftlicher Mitarbeiter, wurde promoviert und habilitierte sich. Seine nächste berufliche Station führte ihn als Professor an die Universität Erlangen-Nürnberg und schließlich zurück an die Humboldt-Universität zu Berlin. Neben seinen Forschungen zum Periglazial, zur Hochgebirgsmorphologie, Lößstratigraphie und Bodenkunde sowie seinem umfangreichen Lehrangebot belegen die von ihm über 120 betreuten Qualifikationsarbeiten sein Engagement für die Ausbildung der Studenten und fortgeschrittener Geograph*innen.

Die Frage, wie er zu Geographie fand, erklärte er mit seinem Aufwachsen in der Natur, mit dem ländlichen Leben, den Lebensbedingungen und den bergbaulichen Aktivitäten in seinem Umfeld.  Großen Einfluss auf sein Interesse an der Natur, das genaue Beobachten hatte mit Sicherheit sein Großvater auf ihn, der als Bergmann im Salzbergbau arbeitete, seinen Enkel mit seiner Naturliebe prägte und ihn schon sehr früh mit geographischen Themen bekannt machte.

Als er 2002 die Berufung an das Geographische Institut der Humboldt-Universität zu Berlin annahm, erweiterte er mit anspruchsvollen Exkursionen und Studienprojekten in Kasachstan, Chile, Syrien, Polen, Suriname, Mali, Tansania und Armenien – um nur einige zu Länder zu nennen – nicht nur das Studienangebot, sondern er beeindruckte Kolleg*innen und Student*innen zudem mit seiner geländeorientierten Persönlichkeit; er benötigte keinerlei Bequemlichkeit  oder Annehmlichkeiten im täglichen Leben; setzte das allerdings auch bei seinen Exkursions- und Praktikumsteilnehmern voraus. Schnell machte bei den Studierenden das Gerücht die Runde, bei Schröder, dem neuen Geomorphologie-Professor, handle es sich um einen ziemlich markigen Typen, ganz cool und mit Sinn für Abenteuerliches, Unkonventionelles und teils derbem Humor.  Als er dann seine erste Geomorphologie-Klausur geschrieben, korrigiert und die Ergebnisse ausgehängt hatte, hielten ihn viele nicht mehr für ganz so cool, dafür für umso anspruchsvoller. Schließlich fand man dann doch zueinander und wer das Glück hatte, ihn in seinem Element, draußen im Gelände zu erleben oder referierend auf Exkursionen, dem wurde so manch anfängliches Leid vergolten.  Sein großes Wissen in den verschiedenster Bereichen — sei es zur Geomorphologie, Morpho- und Pedogenese, Bevölkerungsgruppen der Andenregion sowie über die weltpolitischen Strömungen, Fußball oder (Gitarren-) Musik kam stets gut aufbereitet bei seinen Hörern /Diskussionspartnern an. Er war ohne abzulesende Notizen sattelfest. Mit beeindruckender Genauigkeit konnte er die unzähligen Details stets wiedergeben. Unerschütterlich waren aber auch seine Meinungen zu sämtlichen Belangen, doch ebenso groß, seine Bereitschaft zur Diskussion. Hilmar war in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung für seine Mitmenschen, ein Akteur, ein Motivator und ein sprudelnder Quell des Wissens. Seine Freundschaft erlebt zu haben, erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit.

Hilmar, Du hast uns auf immer geprägt und bleibst unvergessen! Gute Reise!

Studierende, Kollegen und Freunden.

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