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Wie würde Alexander von Humboldt heute arbeiten? Berufs- und Karrierewege von Geograph*innen

Wie würde Alexander von Humboldt heute arbeiten? Berufs- und Karrierewege von Geograph*innen

Der Deutsche Verband für Geographie (DVAG) veröffentlicht Studie über die Berufssituation von Geograph*innen

  • Geograph*innen arbeiten in gesellschaftlich relevanten Bereichen wie Stadtentwicklung, Klimaschutz und Verkehrsplanung
  • Auf agile Arbeitsweise bereitet das interdisziplinäre Geographiestudium praxisrelevant aus.
  • Geograph*innen sind erfolgreich und glücklich mit ihrer Tätigkeit: Jede/r dritte befragte Geograph*in arbeitet in Führungsposition, 80% sind mit Ihrer aktuellen Tätigkeit zufrieden

Hohe Nachfrage nach dem Studienfach Geographie

Nach wie vor erfreut sich das Studienfach Geographie großer Beliebtheit: Rund 21.500  angehende Geograph*innen verzeichnete die Disziplin im Wintersemester 2017/2018. Kein Wunder, verspricht die Geographie doch Antworten auf hochaktuelle gesellschaftliche Fragen – etwa zu den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Globalisierung, zur Dynamik des Klimawandels oder zur sich wandelnden geopolitischen Ordnung. Aber wie ist es eigentlich um die berufliche Situation nach dem Abschluss bestellt? Um diese Informationslücke zu schließen und um Studierenden, Absolventen und berufstätigen Geographen Orientierung zu bieten, beauftragte der DVAG im Frühjahr 2019 Vanessa Hünnemeyer, selbst Geographin und tätig in der Hochschullehre und wissenschaftlichen Politikberatung, die Verbandsmitglieder zu ihrer Situation zu befragen. Die Ergebnisse der Befragung von 436 Geograph*innen zeigen ein positives Bild zur Arbeitsmarktsituation.

Hohe Problemlösungskompetenz ermöglicht Geograph*Innen vielfältige und positive Karrieremöglichkeiten

Interdisziplinarität ist dabei integraler Bestandteil der Disziplin und macht die Geographie anknüpfungsfähig an zahlreiche weitere Fachgebiete. Wenig überraschend ist daher, dass es kein klassisches Berufsfeld für Geograph*innen gibt, sondern dass diese in zahlreichen gesellschaftlich relevanten Bereichen tätig sind vertreten: Knapp 14 % der Befragten sind in der öffentlichen Planung u.a. im Bereich Stadtentwicklung und Verkehrsplanung tätig, 11 % arbeiten in der Wirtschaftsförderung und im Technologietransfer, weitere 11% sind im Projektmanagement tätig. Darüber hinaus arbeiten die Befragten z.B. in der Immobilienentwicklung, im Regionalmarketing und der Tourismusförderung. In diesen Berufsfeldern ist die konkrete Auseinandersetzung mit Anpassungsmaßnahmen an Klima- und Umweltschutz zentral.

Die vielfältigen beruflichen Chancen werden Geograph*innen in praxisnahen und angewandten Studiengängen vermittelt: Aufgrund ihrer interdisziplinären Denkweise, Methodenkompetenz und der Aneignung relevanter Soft Skills gelingt es Ihnen schnell, sich auch in (fach)fremde Inhalte und Aufgabenbereiche einzuarbeiten. Die befragten Geograph*innen heben in diesem Zusammenhang etwa das Verfassen wissenschaftlicher Texte, die intensive Arbeit in Gruppen, die stetig wechselnden Themengebiete im Studium, sowie umfangreiche Präsentationserfahrung hervor. Dies befähigt Geograph*innen insbesondere für agile Arbeitsweisen.

Besonders erfreut sind Jan Kotonski und Stefan Wieschebrock, Vorstandvorsitzende des DVAG, über den beruflichen Erfolg und die hohen Zufriedenheit der Befragungsteilnehmer*innen: „Über 80% sind mit ihrer Tätigkeit zufrieden und jeder dritte Befragungsteilnehmer ist in einer Leitungsfunktion tätig.“ Die hierfür notwendigen Kompetenzen, die von Geograph*innen als besonders relevant angesehen werden, zeigen sich unter anderem im innovativen, interdisziplinärem Denken, einer hohen Problemlösungskompetenz sowie zielorientiertem, effektivem und teamorientiertem Arbeiten.

Weiterer Aufklärungsbedarf bei Personalverantwortlichen nötig

Bei vielen Personalverantwortlichen sind die Stärken und guten Leistungen von Geograph*Innen zwar bekannt, dennoch besteht hier weiterer Aufklärungs- und Informationsbedarf: Zahlreichen Personalverantwortlichen und Headhuntern ist das Kompetenzspektrum und die möglichen Tätigkeitsfelder eines Geographen immer noch nicht ausreichend bekannt. So berichten Absolventen und berufserfahrene Geographen regelmäßig über die im Bewerbungsprozess notwendige Aufklärungsarbeit hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, Kompetenzen und des sich angeeigneten Fachwissens. Hier setzt die vorliegende Untersuchung an. Die Langfassung der Studie ist unter https://geographie-dvag.de/campus-karriere/arbeitsmarkt/ erhältlich.

Zitate von Befragungsteilnehmer*innen:

Zitat 1: Die im Geographiestudium erworbenen Fähigkeiten der interdisziplinären Arbeitsweise in Gruppen und der Wissensvermittlung durch verschiedene Medien und Methoden haben sehr gut auch heute noch auf sich verändernde, agile Arbeitsweisen vorbereitet.

Zitat 2: Obwohl Geographen gegenüber Absolventen anderer Fächer leicht bestehen können, wissen Personalabteilungen einfach zu wenig über das Fach. Die ganzen Softskills, die man für einen Beruf braucht, werden nämlich im Fach Geographie sehr gut vermittelt – Präsentieren, Teamwork, wechselnde Themen, viele Hausarbeiten statt Klausuren…das Lernen BWLer zum Beispiel erst on the job, und Soziologen/Politikwissenschaftler unter Umständen niemals.

Zitat 3: Zwei Dinge aus dem Geographie-Studium wende ich täglich im Beruf an: Methoden wie GIS und Geostatistik sowie die Fähigkeit, interdisziplinär zu denken und verschiedene Fachbereiche zu verknüpfen. Bevor ich eingestellt wurde, war meinem Arbeitgeber überhaupt nicht bewusst, dass Geograph*innen die perfekten Mitarbeiter für diese Aufgabe sind. Gesucht wurden eigentlich Ingenieure, Architekten und Geodäten.

Zitat 5: Ich bin in einem Unternehmen mit rund 1.000 Beschäftigten und in einem Konzern mit über 100.000 Beschäftigten der einzige, der das kann, was ich aus dem Geographiestudium kann. Das findet Anerkennung und schafft mir eine sichere Position, ich stehe damit aber natürlich auch etwas allein und verzweifele gelegentlich an den eindimensionalen Blickpunkten meiner Kollegen und Vorgesetzten. Aus Gesprächen mit ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen weiß ich, dass ich nicht der einzige Geograph bin, dem das so geht.

Zitat 6: Geographen dürfen sehr viel selbstbewusster sein das Berufsbild ist immer noch wenigen bekannt. Die Fähigkeit vernetzt zu denken und fachlich breit aufgestellt zu sein (noch dazu mit dem Raumbezug), ist ein unschätzbarer Vorteil in einer zunehmend komplexeren Welt.

Der Deutsche Verband für Geographie (DVAG) e.V.:

Der DVAG ist Europas größter Berufsverband für angewandt tätige Geograph*innen. Knapp 1.300 Mitgliedern, Berufstätigen wie Studierenden, bietet er Zugang zu geographischen Themen und Kontakten – zielgerichtet, schnell und hochwertig. Dabei bietet der DVAG u.a. eine Stellen- und Praktikumsbörse, ein Mentoringprogramm zum Berufseinstieg, Fort- und Weiterbildungen, Berufsberatung sowie Möglichkeiten zum Netzwerken z.B: durch das Mitgliederverzeichnis sowie Veranstaltungen und Exkursionen der Regionalforen und Arbeitskreise. Verbandszeitschrift ist die Fachzeitschrift STANDORT, die vierteljährlich im Springer-Verlag erscheint. Zudem fördert der DVAG die praxisnahe Ausbildung von Geograph*innen an Hochschulen, in dem seine Mitglieder Seminare an Hochschulen geben und als Referenten an Berufsinformationsveranstaltungen zur Verfügung stehen.

Kontakt für Rückfragen:

Geschäftsstelle
Dr. Maike Dziomba
Deutscher Verband für Angewandte Geographie e.V.
Wiesenweg 40d
22941 Bargteheide

Tel.: 04532/5038179
Mobil: 0172/4241298

Telefonsprechzeiten:
Mo, Di, Fr: 9–13 Uhr; Di, Do: 14–18 Uhr
E‑Mail: info@geographie-dvag.de

 

Pressemitteilung (PDF)

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