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Bericht: Tagung des AK Politische Geographie in Kombination mit einem Workshop des DFG-Projektes zur „Rückkehr der Geopolitik“

Zurück zur Geopolitik?
Die Neuverhandlung aktueller Themen der Politischen Geographie

Vom 16. bis 18. Mai 2019 fand am Institut für Geographie in Münster die Tagung des AK Politische Geographie in Kombination mit einem Workshop des DFG-Projektes zur „Rückkehr der Geopolitik“ statt.

Während der drei Tage folgten die Teilnehmenden und Vortragenden aus über 20 Institutionen und fünf Ländern zum einen vielen Beiträgen zum Leitthema der Tagung, welche von konzeptionellen Erörterungen über lokal-regionale Beispiele bis zur Geopolitik der Arktis reichten. Zum anderen bot die Tagung des AKs wie üblich auch Raum für darüber hinausreichende Themen der Politischen Geographie, z.B. zur Analyse geopolitischer Weltbilder in Schulbüchern, zur Dekonstruktion von Raumkonstruktionen in der Rapmusik der extremen Rechten, zur Geopolitik von food geographies und Rüstungsprojekten.

Die Tagung begann am ersten Tag mit Matthew Hannahs Lektürekurs zur Rolle von Alain Badiou für eine kritische Humangeographie. Am zweiten und dritten Tag wurde die Verknüpfung der Tagung zum Münsteraner DFG-Projekt „Analyse neuer geopolitischer Leitbilder von Ost und West“ neben einer ausführlichen Vorstellung und Diskussion der Projektergebnisse (Paul Reuber und Christoph Creutziger) durch mehrere Sonderformate hergestellt: In einer Podiumsdiskussion sprachen Journalist_innen von FAZ (Nikolai Klimeniouk), Deutschlandfunk (Robert Baag), Medusa/Kiev (Kateryna Mishchenko) und WN (Dirk Anger) über ihre Perspektiven auf die Ukraine und auf aktuelle Vorstellungen von Ost und West. In diesem Rahmen und auf dem anschließenden Empfang gab es viele Gelegenheiten, die Beziehungen von Journalismus und Wissenschaft zu diskutieren, zumal das DFG-Projekt selbst methodisch sehr stark an der Auswertung medialer Diskurse ansetzt und in diesem Zuge eine Rückkoppelung der beiden Sphären erfolgen konnte. Durch einen weiteren Workshop der Journalistin Kateryna Mishchenko zum „Maidan“ und den Möglichkeiten der politischen Intervention von Seiten der zeitgenössischen Kunst und des zivilgesellschaftlichen Aktivismus in der Ukraine wurde der Blick um die wechselseitigen Beziehungen zwischen Ereignissen wie dem Euromaidan und globalen Diskursen erweitert. Die Krise und der Krieg in der Ukraine wurden hier und in anderen Beiträgen zum Teil selbst Thema, aber ebenso aus einem konstruktivistischen Blickwinkel in ihrer Rolle bei der geopolitischen „Selbstdefinition des Westens“ betrachtet.

Am Samstag ging es nach weiteren Vorträgen auch um zukünftige Forschungs- und gesellschaftliche Interventionsfelder der Politischen Geographie. In einem World-Café konnten auf dem Platz vor dem Institut an verschiedenen Themen-Tischen und über alle Statusgruppen hinweg Fragen der Ausrichtung des AKs und der Subdisziplin besprochen werden. Die Debatten waren nicht nur auf inhaltliche Aspekte bezogen, sondern fokussierten zusätzlich die Frage, wie eine p/Politische Geographie sich in aktuellen Debatten positioniert, wo ihre Rolle in der Gesellschaft und in der Wissenschaft liegt und wie sie in beiden Bereichen sichtbarer werden kann. Das Ende der Veranstaltung war auch verbunden mit einem Wechsel der AK-Sprecher. Nach Paul Reuber übernehmen nun Veit Bachmann und Annika Mattissek diese Aufgabe für die kommenden Jahre.

Allen Teilnehmenden, dem Orga-Team vor Ort – der Sekretärin, den studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeitenden – gilt unser Dank dafür, einen wunderbaren inhaltlich und organisatorischen Rahmen geschaffen zu haben, in dem viele Gedanken, Vernetzungen, Kontakte und Themen einen Platz fanden.

Christoph Creutziger und Paul Reuber, Münster

 

Bericht (PDF)

 

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