Prof. Dr. Birgit Neuer

Prof. Dr. Birgit Neuer

foto-neuerBirgit Neuer hat eine Professur für Geographie am Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Studiert und promoviert hat sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Forschungsinteressen und Arbeitsschwerpunkte sind neben der Stadtforschung und Jugendgeographie derzeit vor allem in den folgenden Themenbereichen angesiedelt: Fachsprache in der Geographie und gesellschaftliche Mehrsprachigkeit sowie mobiles Lernen, Medienbildung im schulischen Kontext und in der Hochschullehre. Neben klassischen Veranstaltungsformaten setzt sie in der Hochschullehre insbesondere auf Lehrveranstaltungen, in denen die Studierenden eigenständig, selbstgesteuert und kooperativ arbeiten. Seit 2014 ist sie Beisitzerin im Vorstand des VGDH

 

Frau Prof. Dr. Neuer, warum haben Sie sich eigentlich für die Geographie entschieden und warum sind Sie Geographin geworden?

Für die Geographie als Studienfach habe ich mich auf einer Exkursion in meiner ersten Semesterwoche an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg entschieden. Ich war vollkommen davon fasziniert, wie Menschen Räume entstehen lassen und dass man das mit etwas Übung auch Orten oder Landschaften “ansehen” kann

 

Was hat Sie während Ihres Geographie-Studiums am meisten fasziniert? Und was ist Ihnen am schwersten gefallen?

Mir hat am Geographie-Studium vor allem gefallen, dass es gleichzeitig möglich war, sich mit naturwissenschaftlichen und geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen und Ansätzen zu befassen. Das war nicht immer einfach.

 

An welchem konkreten Projekt arbeiten Sie aktuell und warum?

Derzeit befasse ich mich vor allem mit der Thematik gesellschaftliche Mehrsprachigkeit und der Rolle der Sprache in der Geographie bzw. der geographischen Bildung. Ich arbeite seit einigen Jahren bereits mit einer Kollegin aus der Linguistik im Bereich Deutsch als Zweitsprache im Sachfachunterricht zusammen. Dieser Austausch über die Disziplinen hinweg ist unglaublich spannend und zeigt mir immer wieder wie viel auf diesem Gebiet in der Geographie noch zu tun ist.

 

Warum halten Sie die Disziplin „Geographie“ für besonders wichtig und gesellschaftlich relevant?

Wir Geographen/innen sind im Gegensatz zu den meisten anderen Disziplinen “Spezialisten für das Ganze”. Das auf einer fundierten wissenschaftlichen Basis aufrecht zu erhalten und in gesellschaftliche Diskurse einzubringen, ist in einer immer komplexer werdenden Welt wichtiger denn je.

 

Aus Ihrer Sicht: Wozu ist der Verband da, was soll er erreichen?

Der VGDH hat meiner Ansicht nach zwei große Aufgabenbereiche. Er soll zum einen – nach Innen – dazu beitragen, dass die an den Hochschulen arbeitenden Wissenschaftler/innen gut (oder immer besser) vernetzt sind. Zum anderen aber auch – nach Außen – die Geographie in der Gesellschaft sichtbar machen und eine Anlaufstelle für alle sein, die mehr über oder von der Geographie erfahren möchten.

 

Was sind genau Ihre Aufgaben innerhalb des VGDH?

Zu meinen Aufgabenbereichen gehören vor allem zwei Themen: Geschlechtergerechtigkeit und Hochschullehre. Zur Frage, wie viele Frauen und Männer an den Geographischen Instituten arbeiten und wie die Institute mit Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit umgehen, hat der VGDH eine Studie in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse liegen aller Voraussicht nach in der zweiten Jahreshälfte 2015 vor.


Beisitzerin
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft
Bismarckstraße 10
76133 Karlsruhe
Tel.: +49 721 925 4619
E-Mail: neuer@ph-karlsruhe.de
Website: http://www.ph-karlsruhe.de/index.php?id=3682