CfP: Tagung “Frauen bewegen Landwirtschaft – Landwirtschaft bewegt Frauen”

CfP: Tagung “Frauen bewegen Landwirtschaft – Landwirtschaft bewegt Frauen”

28.07.2016

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CALL FOR PAPERS

Zeit:

  • 4. bis 6 April 2017

Ort:

  • 74523 Schwäbisch Hall, Hospitalkirche/Goetheinstitut, Am Spitalbach 8

Veranstalter:

  • Evangelisches Bauernwerk in Württemberg e.V
    74638 Waldenburg-Hohebuch
  • Agrarsoziale Gesellschaft e.V. (ASG)
    37073 Göttingen

Organisation:

  • Veronika Grossenbacher, Dipl. Ing. agr. (FH),
    Evang. Bauernwerk, 74638 Waldenburg
  • Ines Fahning, Dipl. Ing agr.,
    Agrarsoziale Gesellschaft, 37073 Göttingen
  • Prof. Dr. Tanja Mölders,
    Leibniz Universität Hannover, 30419 Hannover
  • Prof. Dr. Brigitte Wotha,
    Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, 38229 Salzgitter

Konferenzsprache: Deutsch

Es gibt sie nicht, „die“ Frau in „der“ Landwirtschaft. Obwohl diese Erkenntnis über weibliche Lebens- und Arbeitsrealitäten in landwirtschaftlichen Betrieben als Allgemeingut gilt, halten sich bestimmte Zu- und Festschreibungen beharrlich. Bei der Verklärung landwirtschaftlicher Rollenbilder und Wirtschaftsformen spielt der landwirtschaftliche Familienbetrieb eine zentrale Rolle.

In Anknüpfung an die ersten beiden internationalen Frauentagungen 2011 in Bern und 2013 in Wien stellen wir fest, dass der Umbruch in der Landwirtschaft im globalen Kontext Frauen und mit ihnen auch die Männer auf ihren Höfen zunehmend vor widersprüchliche Herausforderungen hinsichtlich ihrer eigenen Rolle in Partnerschaft, Familie und Betrieb stellt. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen weichen die traditionellen Rollenvorstellungen von Frauen und Männern sowie die Arbeitsteilung in Familie und Betrieb auf. Frauen in der Landwirtschaft übernehmen Bereiche wie die professionelle Betriebsleitung, die früher klar den Männern zugeschrieben war, und tragen so zum Aufbrechen traditioneller Rollenzuschreibungen bei. Andere bauen eigene Betriebszweige auf. Wieder andere gehen in Form eines Neben- bzw. Zuerwerbs oder in Vollzeit einer außerlandwirtschaftlichen beruflichen Tätigkeit, nicht selten in ihren Erstberufen, nach. Motive sind die Sicherung des Familieneinkommens, Verwirklichung eigener beruflicher Ziele sowie eine eigenständige finanzielle Sicherheit und soziale Absicherung.

Diese Veränderungen und Arbeitsteilungen bringen aber auch Mehrarbeit und zusätzliche Belastungen für Frauen mit sich. Eine partnerschaftliche Arbeitsteilung, bei der nicht nur die Frau in Betrieb und Beruf Verantwortung übernimmt, sondern auch der Mann in Familie und Haushalt, wird weitgehend nicht gelebt. Die Rollen der Frauen auf den landwirtschaftlichen Betrieben sind vielseitiger, vielfältiger, mit mehr Verantwortung und von mehr Eigenverantwortlichkeit gekennzeichnet. Für Frauen besteht die Herausforderung in der Vereinbarkeit dieses „Zugewinns“ mit partnerschaftlichen Rollenvorstellungen, Quantität und Qualität ihrer Arbeit sowie der individuellen Leistbarkeit in Partnerschaft, Familie und Betrieb.


Die Tagung setzt in kritischer Perspektive an den Veränderungsprozessen weiblicher Lebensund
Arbeitsrealitäten in der Landwirtschaft an und will Antworten auf folgende Fragen finden:

1. Welche Erfahrungen machen

  • Frauen, die als Betriebsleiterinnen auf ihren Betrieben tätig sind?
  • Frauen, welche in Betrieb und Familie einheiraten, sich in Voll- oder Teilzeit im Betrieb und Co-Betriebsleitung engagieren?
  • Frauen, die eigene Betriebszweige aufgebaut haben und betreiben?
  • Frauen, die beruflich eigene außerbetriebliche Wege gehen und sich nicht im Betrieb engagieren, aber als Ehepartnerinnen Mitverantwortung tragen?

2. Was sind strukturelle und individuelle Bedingungen, die Frauen ein gutes Leben und
Arbeiten auf dem Land ermöglichen?

  • Was tragen sie selbst dazu bei?
  • Wie selbstbestimmt sind ihre Lebensentwürfe?
  • Welchen Anteil haben Familie, Umfeld, Gesellschaft, Wissenschaft und Politik hieran?
  • Wo unterscheiden sich die Bedingungen von Frauen in der Landwirtschaft von denen anderer berufstätiger bzw. selbständiger Frauen? Wo sind Gemeinsamkeiten?

3. Welche Heraus-Forderungen lassen sich, basierend auf diesen Erfahrungen und Bedingungen, für die Zukunft von Frauen in der Landwirtschaft ableiten (persönlich, familiär, betrieblich, planerisch, gesellschaftlich)? An wen sind Forderungen zu adressieren?

  • Wie muss das (Leit-)Bild des sich verändernden landwirtschaftlichen Familienbetriebes
    neu beschrieben und definiert werden?
  • Wo sind Politik und Wissenschaft, Bildung und Beratung gefordert?
  • Welche unterstützenden Dienstleistungen und Infrastrukturen werden benötigt?

Die Tagung bietet
ein Forum mit breitem Wissens- und Erfahrungsaustausch für all jene, die sich in Theorie und Praxis mit der Situation der Frauen in der Landwirtschaft befassen und sich für deren Entwicklung interessieren. Sie richtet sich an

  • Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen an Universitäten, (Fach-)Hochschulen und
    anderen Forschungsinstitutionen, die sich mit dem Thema befassen,
  • Bildungs-, Beratungs- und Lehrpersonen und –organisationen,
  • Landwirtinnen und Bäuerinnen,
  • Landfrauenverbände,
  • Frauenverbände im Ländlichen Raum – berufsständische, kirchliche und andere,
  • Frauen in landwirtschaftlichen Organisationen – berufsständische, kirchliche und andere,
  • Vertreter/-innen aus Politik und Verwaltung im ländlichen Raum,
  • weitere an der Thematik Interessierte im deutschsprachigen Raum.

Call

Wir freuen uns über Beiträge zu o. g. Themen und Fragestellungen.


  • Willkommen sind Untersuchungen, Fallstudien, Publikationen, Praxisberichte, Interviews etc.
    
  • Maximaler Umfang: 400 Wörter
    
  • Bitte geben Sie Name, Institution und Emailadresse sowie eine kurze Biografie (80 Wörter) an.

Termine
15. August 2016
Einsendeschluss für Abstracts. Bitte senden Sie diese an: frauentagung2017@hohebuch.de
30. November 2016
Benachrichtigungen über die Annahme der Beiträge sowie die Form (Vortrag, Diskussionsbeitrag etc.) und die gewünschte Dauer der Präsentation durch die Organisatorinnen.
30. April 2017
Abgabe einer schriftlichen Fassung des Beitrages für die geplante Publikation (Tagungsband).
Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!

 

CfP (PDF)