CfP: Geteilte Forschung

CfP: Geteilte Forschung

07.06.2015

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Epistemologische Herausforderungen gemeinsamen Forschens in transregionalen Zusammenhängen

 

3. bis 5. Dezember 2015, Goethe Universität Frankfurt

 

Die gegenwärtige Forschungslandschaft fördert und fordert geteilte Forschung: intensive Zusammenarbeit in Forschergruppen, gemeinsame Publikationen, interdisziplinäre und transnationale Kooperationen. Trotzdem sind das Selbstverständnis und die alltägliche Forschungspraxis in den Geistes- und Sozialwissenschaften meist von individueller Arbeit geprägt. Neben den veränderten Rahmenbedingungen der Forschungsförderung implizieren jedoch auch die Forschungsgegenstände selbst neue Arbeitsteilungen; transnationale und transregionale Verflechtungen werden multilokal und mobil erforscht. So stellt z.B. die Erforschung von Logistiknetzwerken, politischen Foren oder Erinnerungspraktiken zwischen Afrika und Asien Forscher vor neue methodologische Probleme. Müssen wir also lernen unsere Forschung zu teilen? Welche Konsequenzen hat das für unser wissenschaftliches Tun? Geht geteilte Forschung zu Lasten wissenschaftlicher Tiefe? Oder ist geteilte Forschung nicht halbe sondern doppelte Forschung?

 

In den Sozial- und Geisteswissenschaften gibt es eine lebendige, jedoch oft nur sporadisch reflektierte Tradition des gemeinsamen Forschens und Schreibens, von Expeditionen bis zu Ehepartnern im Feld. Während die Zusammenarbeit mit Erforschten intensiv problematisiert und neu entworfen wurde, wird die Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen bisher selten thematisiert. Der Workshop soll daher den Teilnehmenden ermöglichen, auf Grundlage eigener Erfahrungen die Potentiale und Risiken dieser epistemologischen Praktiken zu reflektieren.

 

Wir freuen uns über Beiträge, die gemeinsames Forschen in den Blick nehmen, sich mit gemeinsamen Schreibprozessen auseinandersetzen oder das Arbeiten mit institutionellen Kooperationspartnern beleuchten. Wie sehen geteilte Forschungspraktiken konkret aus? Wie werden Forschungserfahrungen gemeinsam erlebt, interpretiert und geschrieben? Welche Arbeitsteilungen und Hierarchien bringen sie mit sich? Wie kann Forschung mit internationalen Kooperationspartnern gestaltet werden? Ziel des Workshops ist es, diesen und weiteren Fragen nachzugehen und dabei neue Formen akademischer Wissensproduktion intensiv zu diskutieren, im Sinne sozialwissenschaftlicher Science Studies zu reflektieren und gemeinsame Forschungen als ein aktuelles Experimentierfeld der Geistes- und Sozialwissenschaften weiter zu entwickeln.

 

Wir bitten um die Zusendung von Abstracts (max. 300 Wörter) bis 15.07.2015 an Jan Beek (beek@em.uni-frankfurt.de) und Julia Verne (verne@geo.uni-frankfurt.de). Wir bitten eingeladene Teilnehmende um die Zusendung des ausformulierten Beitrags bis zum 15.11.2015. Anfahrt, Verpflegung und Übernachtungskosten werden übernommen.

 
Geteilte Forschung_CfP