Brücken bauen zwischen globalem Denken und lokalem Handeln: 2016 wird das International Year of Global Understanding (IYGU)

Brücken bauen zwischen globalem Denken und lokalem Handeln: 2016 wird das International Year of Global Understanding (IYGU)

21.09.2015

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Die drei Weltdachverbände der Natur-, Sozial-, und Geisteswissenschaften (ICSU, ISSC und CIPSH) riefen in einer gemeinsamen Erklärung am 13. September 2015 das Jahr 2016 als International Year of Global Understanding (IYGU) aus.

 

 

Das internationale Themenjahr wirbt für eine neue Perspektive auf den eigenen Alltag und dafür, die lokale Lebensweise in globalen Zusammenhängen zu denken. Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für diese Zusammenhänge zu schaffen und dadurch Unterstützung für politische Initiativen, die sich globalen Herausforderungen, wie dem Klimawandel, der Ernährungssicherheit oder der Migration annehmen, anzuregen.

Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Übersetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in eine nachhaltige Lebensweise. Themen, die hierbei besonders in den Blick genommen werden sind Umweltschutz und Klimapolitik, sowie darüber hinaus Fragen der Lebensqualität und der nachhaltigen, dauerhaften Nutzung lokaler Ressourcen.

 

Weitere Informationen zum IYGU können Sie der Pressemitteilung (deutsch) (englishoder dem WSSF Newsletter entnehmen.

 

 

Stimmen zur Erklärung:

 

Dr. Eliezer Batista (Brasilien)
Pionier für Nachhaltigkeit und einer der Hauptinitiatoren des Erdgipfels in Rio 1992

‚Wissen ist der Faktor, der uns dazu bringt, unsere Denkweise zu verändern. Aber es ist das Verstehen (understanding), das uns dazu bringt, unsere Einstellung zu verändern. Das IYGU betont die kulturell unterschiedlichen Pfade zu globaler Nachhaltigkeit. Und dass allein die Veränderung individueller Handlungen zu einer Veränderung kollektiven Handelns führt, dessen Resultate eine Verbesserung des Systems von globalem Ausmaß sein werden.’

 

Professor Gordon McBean (Kanada)
Friedensnobelpreisträger (IPCC) und ICSU-Präsident

‘Das IYGU is äußerst wichtig um Verständnis auf gesellschaftlicher Ebene zu bilden, welches wiederum entscheidend ist um ein Handeln hervorzubringen, das den Risiken globaler Umweltveränderungen begegnen kann. Es bedeutet, die Gelegenheit zu Veränderungen hin zu globaler Nachhaltigkeit zu ergreifen, und bietet einen wichtigen Startpunkt für ein erfolgreiches Future Earth Programm.’ 

 

Professor Klaus Töpfer (Deutschland)
Ehemaliger geschäftsführender Direktor von UNEP, Gründungsdirektor und derzeitiger Exekutiv-Direktor Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS)

‘Der Fall der Mauer war das entscheidende Symbol der Überwindung der bipolaren Welt. Mehr denn je wird es in der Globalisierung darauf ankommen, immer wieder die Kraft aufzubringen, auch die Positionen von Gedanken und Erwartungen anderer verstehen zu lernen und die Bereitschaft für Dialog zu entwickeln an Stelle von Konfrontation.

 

Professor Yuan Tseh-Lee (Taiwan)
Nobelpreisträger in Chemie (1986)

‘Nachhaltige Entwicklung ist eine globale Herausforderung. Ihr zu begegnen erfordert eine Transformation des Lokalen und damit der Art, wie jeder von uns lebt, konsumiert und arbeitet. Während internationale klimapolitische Verhandlungen die Nachhaltigkeitskrise ‚von oben’ zu lösen versuchen, ergänzt IYGU dies in hervorragender Weise durch koordinierte Lösungen ‚von unten’, indem Individuen dabei unterstützt werden, ihre alltäglichen Gewohnheiten zu verändern. Dieser zweifache Ansatz erhöht unsere Erfolgschancen beim Versuch, die wohl gravierendste Krise zu überwinden, der sich die Menschheit bislang gegenübersah.’

 

Professor Anthony Giddens (GB)
Mitglied des House of Lords und ehem. Direktor der London School of Economics

‘Wir leben in der historisch am stärksten vernetzten Gesellschaft, die gleichzeitig jedoch von Konflikten, Vertreibungen und Ungewissheiten zerrissen ist – eine beunruhigende und verstörende Mischung aus immensen Möglichkeiten und existenziellen Risiken“, sagt Lord Anthony Giddens, ehemaliger Direktor der London School of Economics. „Hier eine positive Balance zu finden erfordert ein grundsätzliches Umdenken und neue Formen der Kollaboration – von der Art, wie IYGU sie anbietet.’