Bericht: Symposium „New Orleans in Medial Imaginations“ vom 01.-03.02.2018 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz

Bericht: Symposium „New Orleans in Medial Imaginations“ vom 01.-03.02.2018 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz

19.02.2018

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Bericht: Symposium „New Orleans in Medial Imaginations“ vom 01.-03.02.2018 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz

 

Vom 2. bis 4. Februar 2018 fand ein internationales Symposium mit dem Titel „New Orleans in Medial Imaginations“ an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz statt. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation von Univ.-Prof. Dr. Oksana Bulgakowa, Dr. Roman Mauer (beide Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Bereich Filmwissenschaft / Mediendramaturgie, JGU), Univ.-Prof. Dr. Anton Escher und Dipl.-Geogr. Elisabeth Sommerlad (beide Geographisches Institut, JGU). Im Fokus stand die Frage nach medialen Imaginationen von New Orleans. Die Thematik sollte auf internationalem Niveau aus interdisziplinärer Sicht diskutiert werden. Hierzu kamen Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete zusammen. Neben Wissenschaftlern aus Deutschland wurden Forscher aus den USA eingeladen, die sich in unterschiedlicher Art und Weise intensiv mit Forschungen zu New Orleans befassen. Das Symposium wurde gefördert vom Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) und von der Inneruniversitäten Forschungsförderung der Universität Mainz. Ziel des Symposiums war es, historische und zeitgenössische Vorstellungen von New Orleans zu untersuchen – die Stadt aus verschiedenen medialen Perspektiven und medialen Vorstellungen (zum Beispiel literarisch, filmisch, und diskursiv) zu betrachten. Dadurch sollen ineinandergreifende Zusammenhänge und Unterschiede zwischen diesen medialen Repräsentationen, so wie auch die Interaktion der Lebenswelt dieser Stadt mit unterschiedlichen medialen Formen (z.B. Film, TV-Serien, Bücher, Musik) und der Einfluss von Medien auf die Stadt (z.B. Filmproduktionen und Dreharbeiten vor Ort) in den Fokus gerückt werden. Die Präsentationen können auch medienbezogene Perspektiven auf verschiedene Themen bezüglich der Stadt von New Orleans beinhalten – wie zum Beispiel sein koloniales, transkulturelles und mehrsprachiges Erbe, Jazzmusik, die Kreolisierung, Architektur, der Hurrikan Katrina, Hollywood South usw. Dabei sollten auch die interdependenten Zusammenhänge und Unterschiede der medialen Formen ausgemacht werden. Auf der einen Seite wurden hierzu Imaginationen differenter Medien analysiert und auf der anderen Seite auch die Zusammenhänge dieser medialen Imaginationen aufgedeckt. Dabei wurde ein Fokus auf die Tatsache gelegt, dass die betrachteten medialen Inszenierungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten produziert und rezipiert werden und New Orleans somit unterschiedlich interpretiert werden kann.

 

Der Eröffnungsvortrag zum Thema „Down in Treme: Race, Place, and New Orleans on Television“ wurde von Helen Morgan-Parmett (UVM Burlington, Vermont) gehalten. An den folgenden zwei Tagen stellten die Teilnehmer in Form von Vorträgen vor, wie sie sich der medialen Imagination von New Orleans annäherten. Dabei wurde ein vielfältiges Themenspektrum entfaltet: Tara McPherson (USC Los Angeles) beleuchtete in ihrem Vortrag „Monuments and Memory“ Aspekte rund um den Themenkomplex von immersiven (digitalen) Räumen und Rassismus.

 

Chris Lukinbeal und Laura Sharp (UA Tucson, Arizona) thematisierten in zwei Vorträgen New Orleans als Standort für Filmproduktionen /“Hollywood South“. Während Lukinbeal in seinem Vortrag zu „Situating New Orleans within the North American Film Production Market“ die Entwicklung und Relevanz der Stadt als Standort für Filmproduktionen nachzeichnete, sprach Sharp mit „Location Filming in New Orleans“ mehr über die Praktiken und Arbeitsweisen von Film-Locations Scouts in New Orleans. Am Nachmittag wurde ein Schwerpunkt auf filmische Inszenierungen von New Orleans gelegt. James Deutsch (CFCH Washington DC) sprach über „Bad Lieutenant in the Ruins of New Orleans“, Anton Escher und Elisabeth Sommerlad (JGU Mainz) befassten sich mit „The Imagined Jungle of New Orleans“ und zeichneten diese historische Imagination am Beispiel des Theaterstücks und Films „A Streetcar Named Desire“ nach. Roman Mauer (JGU Mainz) thematisierte im Anschluss „The Atmosphere of the Swamp: Cinematic Narrations in Cloudy Waters“ und analysierte hierzu den Film „Down by Law“ von Jim Jarmusch. Anschließend sprach Joern Langhorst (CU Denver, Colorado) über „Place, Experience and Identities: Imag-(in)ing Radical Place Change through Film”. Dabei fokussierte er auf unterschiedliche (Dokumentar-)Filme, die nach Hurrikan Katrina gedreht wurden. Am Abend fand ein gemeinsames Screening des Spielfilms „Schultze get’s the Blues“ (D 2003) statt. Hierzu stieß auch er Regisseur des Films, Michael Schorr, hinzu.

 

Am folgenden Tag wurden zunächst drei unterschiedliche Vorträge im Kontext der Thematik „Hurricane Katrina“ gehalten. Veronika Cummings (JGU Mainz) sprach zum Thema „Katrina and the Medial Representation of Social Injustice“. Kaspar König (ZHdK Zürich & JGU Mainz) präsentierte unter dem Titel „The sound after Katrina: A scavenge aproach to catastrophy“ ein musikalisches Kunstprojekt, das er selbst in New Orleans durchführte. Er zeigte zudem Ausschnitte aus seinem Film „Liquid Land“, das auf das Projekt referenzierte. Florian Freitag (JGU Mainz) befasste sich ebenfalls mit einer musikalischen Thematik und thematisierte „Hurricane Katrina on the Opera Stage“, wobei er auf unterschiedliche Opernstücke einging. Nach einer Mittagspause befasste sich eine letzte Session mit Mythen und Chronotopoi New Orleans‘. So sprach Oksana Bulgakowa (JGU Mainz) über „All Roads lead to New Orleans: Road Movies and Scavenger Hunts“ und thematisierte dabei hauptsächlich den Film „12 Rounds“. Severin Müller (JGU Mainz) schloss mit einem Vortrag zum Thema “You’re not fro the South: (Out) of Time, Place and Race in The Skeleton Key (2005)“. Zum Abschluss des Symposiums war erneut der Regisseur Michael Schorr zu Gast, der im Rahmen einer offenen Diskussionsrunde gemeinsam mit den Teilnehmern und Gästen der Konferenz über seinen Film „Schultze get’s the Blues“ sprach.

 

Die Beiträge der Konferenz wurden sehr lebhaft und konstruktiv diskutiert. Die unterschiedlichen Perspektiven auf New Orleans stellten sich hierbei als äußert gewinnbringend heraus. Das
Symposium war ein voller Erfolg und hat fruchtbare Ergebnisse und neue Möglichkeiten der interdisziplinären, internationalen akademischen Zusammenarbeit gefördert.

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